Psychotherapie in Frechen Königsdorf

Verhaltenstherapie für Erwachsene

Depression - eine Patienteninformation

 

Depressionen werden heute als komplexes Zusammenwirken von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren verstanden. Dabei kommt keinem dieser Faktoren allein ursächliche Bedeutung zu. Klar ist, dass in Folge einer Depression oder mehrerer depressiven Episoden eine erhöhte Verletzlichkeit für eine erneute Depression besteht. Während einer Depression sind zahlreiche Hirnfunktionen, der Hirnstoffwechsel (Andockstellen für bestimmte Stoffe, wie z. B. Serotonin), das Hormon- und Immunsystem und das vegetative Nervensystem beeinträchtigt.

Typische Beschwerden depressiver Menschen sind: Niedergeschlagenheit, Interessensverlust, Freudlosigkeit, Ängste, Hoffnungslosigkeit, Unlust, Selbstzweifel, Selbstabwertung, Schlafstörungen, Appetitverlust, Libidoverlust, Gewichtsabnahme, Konzentrationsprobleme, vielerlei körperliche Beschwerden, Antriebsarmut, Arbeitsstörungen, Morgentief mit Tagesschwankungen des Befindens, Selbstmordideen.

Die internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD 10) unterscheidet Depressionen nach der Verlaufsform und dem Schweregrad:

  • Depressive Episode
  • Rezidivierende depressive Störung
  • Zyklothymie
  • Dysthymie


Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Depression (alle Formen) zu erkranken liegt national wie international bei 16-20 %. Frauen tragen ein ca. doppelt so hohes Risiko, an Depression zu erkranken wie Männer, während Unterschiede im Krankheitsverlauf weniger gut dokumentiert sind.

  

Entstehung

Depressionen sind ausgelöst bzw. werden am Leben erhalten durch aktuelle bzw. chronische Belastungen (Auslöser), die auf dem Hintergrund (z. T. noch unbekannter) genetischer, neurobiologischer, lebensgeschichtlicher, gesellschaftlicher, kultureller und sozialer Bedingungen ursächlich wirken.

 

Behandlung

Wie ein Auto nicht mit einer leeren Batterie starten kann, so kann ein Mensch mit einer depressiven Erkrankung nicht allein durch Willenskraft aus dem Loch herauskommen.

So geht es zu Beginn sowohl um die Vermittlung eines Verständnisses der Symptome, ihrer Behandelbarkeit und ihrer Prognose, als auch um die Vermittlung eines „biopsychosozialen Krankheitsmodelles“ zur Entlastung von Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und Versagensgefühlen.

Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) analysiert den Zusammenhang von Gefühlen, Gedanken und Verhalten, um dann aus den dabei erkannten Problembereichen typische Schwerpunkte anzugehen:

  • Überwindung der Inaktivität bzw. einseitigen belastenden Aktivität
  • Verbesserung des Sozial- und Interaktionsverhaltens sowie der sozialen Kontaktstruktur
  • Klärung aktueller äußerer Problemsituationen, Entlastung von zurzeit überfordernden Pflichten und   Ansprüchen am Arbeitsplatz und in der familiären Situation
  • Analyse, Veränderung und Auflösung festgefahrener Einstellungen, Denk- und Verhaltensmuster
  • Aufbau eines Bewältigungsrepertoires für zukünftige Krisen
  • Hilfen bei der Lösung realer (sozialer, beruflicher, materieller usw.) Schwierigkeiten
  • Erhöhung der Selbstwirksamkeit, indem Betroffene erleben, dass sie vielfältige eigene Ressourcen und Kompetenzen haben bzw. erlernen können
  • Ansprechen von Suizidgedanken und -impulsen, Erarbeitung eins Krisenmanagements


Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei schweren und chronischen Depressionen die Therapie mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert wird. Außerdem kann es nötig sein, die Angehörigen (Partner, Familie) phasenweise mit in die Therapie einzubeziehen.

Antidepressiva sind Medikamente, die ein gestörtes biochemisches Gleichgewicht in bestimmten Strukturen des Gehirns einregulieren. Meist dauert es zwischen 2 und 4 Wochen, bis eine erste Veränderung zu spüren ist. Für die Indikation zur Akutbehandlung einer depressiven Störung steht eine große Zahl von in Deutschland zugelassenen Medikamenten zur Verfügung, die je nach ihrer Strukturformel oder ihrem spezifischen Wirkmechanismus in verschiedene Klassen unterteilt werden. Darüber hinaus gibt es Lithiumsalze und Phytopharmaka (Johanniskraut). Auch der Einsatz von Licht oder körperlicher Aktivität hat sich als bewährt erwiesen.